Now!-Ensemble Belladonna-Duo Axis-Duo Beata Seemann Klaus Holsten Johannes Heimrath

Now!-Ensemble

Das Labyrinth

Die Suche nach dem Mittelpunkt

Das Labyrinth befindet sich in uns selbst. Wir machen uns auf die Suche nach dem Mittelpunkt und durchlaufen verschiedene Stadien des Findes, Forschens und Verwerfens. Wir gehen in die Irre und wenden uns um. Wir lassen nicht nach, bis sich der Mittelpunkt von selbst einstellt.

Das Stück ist ein Zyklus, der die Yin- und die Yang-Seite des Weges aufsucht. Die Hälften des Zyklus' sind jeweils in zwei Abschnitte zu je drei Häusern eingeteilt, insgesamt sind es also zwölf Häuser. Die Instrumente schreiten durch den Tonraum und durchleben das jeweilige Element der aufeinanderfolgenden Häuser zum einen für sich allein und dann in der Gemeinschaft mit den anderen. Der Gong und die Gongtrommel bringen ihren Puls von außen in den Zyklus hinein und erleben ihre Höhepunkte elliptisch im 5. und 11. Haus. Sie nehmen an der irdischen Suche nicht teil, sondern sind der Hintergrund, auf dem die Suche stattfindet.

Jedes Haus hat eine gleichmäßig in Minuten bemessene Zeitdauer. Die Zeitabschnitte werden wie in der Zen-Meditation mit dem Anschlag einer Klangschale markiert. Von dem gesamten Geschehen unberührt, fließt die Zeit in ihrem eigenen Rhythmus durch das Stück. Das Labyrinth stellt gewisse Anforderungen an Spieler und Hörer. Auf dem gemeinsamen Weg in den Mittelpunkt sind beide aufgerufen, sich den einzelnen Stationen in den Häusern ganz hinzugeben. Jedes Wegzeichen muß neu entdeckt werden, von jedem allein. Seine Mühsal beim Suchen und seine Freude beim Finden aber teilen sich den anderen mit. Obwohl also jeder für sich sucht und findet, erleben wir tiefe Gemeinschaft in der Erkenntnis, daß wir uns in dieser Suche nicht unterscheiden.

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